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Ortsnamen

Cesky Krumlov für Tschechen / Krummau für Deutsche

Das Deutsch-Tschechische Gesprächsforum, also die von der Berliner und Prager Regierung eingesetzte Arbeitsgruppe, hat Anfang 2004 vorgeschlagen, daß zumindest im nichtamtlichen Verkehr Ortsnamen und sonstige geographische Bezeichnungen „in der Sprache benutzt werden, in welcher der übrige Text steht, z.B. in Reiseführern.“

Zum einen geht es dabei um Ortsnamen und geographische Bezeichnungen. Hier wird entgegen der vielfach eingeschlagenen Praxis ausdrücklich die Verwendung sowohl der deutschen als auch der tschechischen und sorbischen Ortsnamen empfohlen:
„Städte und Gemeinden haben in den verschiedenen Sprachen oft unterschiedliche Namen... Wie sich allgemein in der Vielfalt der Sprachen kultureller Reichtum ausdrückt, so auch in der Vielfalt dieser Bezeichnungen. Alle sprachlichen Formen sind gleichwertig. Ihr Gebrauch ist Ausdruck der verfassungsrechtlich verbürgten freien Entfaltung der Persönlichkeit und ein Element der mitteleuropäischen Identität. Im Verhältnis von Tschechen und Deutschen gehören diese sprachlichen Varianten auch zu dem kulturellen Erbe, das Tschechen und Deutsche verbindet (Ziffer 8 der Deutsch-Tschechischen Erklärung von 1997)... Dabei ist zu berücksichtigen, daß diese Materie weniger durch Gesetze entkrampft werden kann als vielmehr durch eine allmähliche Veränderung der öffentlichen Meinung hin zu einer offenen Bürgergesellschaft.“

Diesem Gremium gehören von beiden Seiten jeweils acht Vertreter an. Von deutscher Seite sind dies u.a. die bayerische Schirmherrschaftsministerin der Sudetendeutschen, Christa Stewens, der SL-Bundesvorsitzende Bernd Posselt MdEP, der Bundesvorsitzende der Ackermann-Gemeinde, Walter Rzepka, der Geschäftsführer des Adalbert-Stifter-Vereins, Peter Becher, sowie Milan Horaček, der ehemalige grüne Bundestagsabgeordnete der sudetendeutsch-tschechischer Herkunft. Die tschechische Delegation, die wie die deutsche, Persönlichkeiten aller wichtigen politischen Parteien umfaßt, wird vom ehemaligen Vorsitzenden des Verbandes der Deutschen in der Tschechischen Republik, Walter Piwerka, geleitet. Jetzt hat das Plenum des Koordinierungsrates des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums mit den Stimmen der Delegierten beider Nationen einige bedeutende Dokumente verabschiedet, die das Unterforum erarbeitet hatte.

Daher schlägt das von beiden Regierungen eingesetzte Gremium vor, daß zumindest im nichtamtlichen Verkehr Ortsnamen und sonstige geographische Bezeichnungen „in der Sprache benutzt werden, in welcher der übrige Text steht, z.B. in Reiseführern.“ Die verschiedenen sprachlichen Formen der Ortsnamen sollten „nichtbestimmten staatsrechtlichen Verhältnissen zugeordnet werden“, wie dies immer wieder mit Formulierungen wie „Liberec, das ehemalige Reichenberg“ geschieht. Angeregt wird auch, Kinder im Schulunterricht zu lehren, wie ihr Ort und andere geographische Objekte in der anderen Sprache heißen.





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